Regiomontanus-Gymnasium Haßfurt
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12.07.2011 - Gevatter Tod in vielen Variationen

Theatergruppe des Regiomontanus-Gymnasiums setzt sich mit dem Sterben auseinander

Hassfurt, von Ulrike Langer (HT)

Unverzichtbar: Szenen aus "Romeo und Julia" mit Irina Schuhmann (vorne) und Jakob Stuhlfelder durften nicht fehlen beim Schauspiel "Klappe zu - alle tot", das die Mittel- und Oberstufentheatergruppe des Regiomontanus-Gymnasiums Haßfurt in diesem Jahr präsentierte. Foto: LangerUnverzichtbar: Szenen aus "Romeo und Julia" mit Irina Schuhmann (vorne) und Jakob Stuhlfelder durften nicht fehlen beim Schauspiel "Klappe zu - alle tot", das die Mittel- und Oberstufentheatergruppe des Regiomontanus-Gymnasiums Haßfurt in diesem Jahr präsentierte. Foto: Langer"Klappe zu - alle tot" hieß das Schauspiel, mit dem die Mittel- und Oberstufentheatergruppe des Regiomontanus-Gymnasiums Haßfurt in diesem Jahr ihr Publikum bei den Schultheatertagen im Mainfränkischen Theater in Würzburg und beim "Heimspiel" im Ganztagesbetreuungsgebäude am Schulzentrum in Haßfurt erfreute. Zu den gelungenen Aufführungen trugen auch das Vokalensemble und die Projekt-Band des Gymnasiums einen wichtigen Teil bei.

Dass am Ende alle Schauspieler auf der Bühne "gestorben" waren, hatten sie nicht nur den Dichtern, sondern vor allem sich selbst zu verdanken. Denn die Mitglieder der Theatergruppe hatten sich zu Beginn dieses Schuljahres gewünscht, "heuer mal etwas Tragisches zu spielen". Diesen Wunsch nahm die Leiterin Katrin Hiernickel zusammen mit dem Studienreferendar Jan Gunzelmann gerne auf und erarbeitete mit den Schülern eine Collage aus Texten mehrerer Dichter, die das tragischste Ereignis im Leben eines Menschen in vielen Facetten behandeln: den Tod.

Als roter Faden zog sich die Prosaskizze "Der Tod" von Thomas Mann durch den Abend, in der sich Graf von Kronshafen auf seinen Ableben vorbereitet. Einen Tod, von dem er ganz fest glaubt, dass er ihn an einem bestimmten Tag ereilen wird. Auszüge dieses im Tagebuchstil verfassten Werkes voller philosophischer Gedanken auch über den Tod, vorgetragen von Klara Schäflein, vermittelten eine fast unheimliche Spannung. Diese wurde immer wieder durchbrochen von ernsten und humorvollen Prosatexten, Gedichten und Theaterszenen bekannter und weniger bekannter Dichter und Philosophen, die sich mit den Fragen beschäftigen: Ist der Tod böse und grausam oder gnädig und ein liebevoller Begleiter, kommt er überraschend oder ist er vorherbestimmt, lässt er sich überlisten oder kann er sogar herbeigewünscht werden? Trennt er oder vereint er?

Ist er ein Nichts, weil er, solange die Menschen leben, nicht da ist und wenn er da ist, die Menschen nicht mehr da sind? Hat er andererseits humoristische Aspekte? Was unter anderem Christian Morgenstern in "Der Tod und der einsame Trinker", Friedrich Schiller in "Maria Stuart", William Shakespeare in "Romeo und Julia", Kurt Tucholsky in "Krieg dem Kriege" und "Der Graben" oder Epikur in seinem Brief an Menoikeus über den Tod geschrieben haben, setzten die jungen Schauspieler mit Bravour um. Alle schlüpften gleich in mehrere Rollen und überzeugten das Publikum durch ihr ausdrucksvolles Spiel.

Der Tod zu Besuch: Szene mit (von links) Hélène Thomé, Irina Schuhmann, Natascha Roth und Alina Geuppert. Foto: LangerDer Tod zu Besuch: Szene mit (von links) Hélène Thomé, Irina Schuhmann, Natascha Roth und Alina Geuppert. Foto: LangerHélène Thomé glänzte als "Tod", der durch das gesamte Stück hindurch präsent war, unerbittlich seine "Opfer" holte und ihre Zahl auf einer Strichliste anzeigte. Wunderbar, wie dramatisch Hélène Thomé das Gedicht "Der schwarze Tod" von Hermann Lingg zitierte, wie sie den Betrunkenen im "Brandner Kaspar" von Franz von Kobells mimte, wie sanft sie das Mädchen im Gedicht "Der Tod und das Mädchen" von Matthias Claudius in die Arme nahm oder wie souverän sie im "Jedermann" von Hugo von Hofmannsthal auftrat.

Besondere schauspielerische Talente zeigten auch Clara Fischer und Eva Grümpel in dem humoristischen Gedicht "Der Einsame" von Heinz Erhardt, in der tragischen Ballade "Der Heideknabe" von Friedrich Hebbel und in Auszügen aus "Maria Stuart". In kurzen Auftritten beeindruckten zudem Tim Schuhmann als Epikur, Meike Makowski als "Jedermann" oder Natalie Höhn in "Der Graben". Das Spiel mit dem Tod erhielt durch die Lieder des Vokalensembles unter der Leitung von Petra Schlosser, die Soli von Jörg Thelenberg und die Begleitung durch die Projektband einen zusätzlichen Reiz. Am Ende erhielten alle Mitwirkenden und Helfer begeisterten Applaus.