Regiomontanus-Gymnasium Haßfurt
Home Schulinfos Aktuelles RMG in der Presse 27.01.2012 - Info am Gymnasium: Duales Studium überzeugt aber vor allem durch Praxisnähe

27.01.2012 - Info am Gymnasium: Duales Studium überzeugt aber vor allem durch Praxisnähe

1100 Euro im dritten Studienjahr

VON UNSERER MITARBEITERIN ULRIKE LANGER
27.01.12 23:05

 

Hassfurt

Vogelperspektive über einem Audimax - wer ein duales Studium absolviert, kann oft in viel kleineren und intensiver betreuten Gruppen arbeiten - und verdient auch noch Geld dabei. Foto: DPAVogelperspektive über einem Audimax - wer ein duales Studium absolviert, kann oft in viel kleineren und intensiver betreuten Gruppen arbeiten - und verdient auch noch Geld dabei. Foto: DPADen Elft- und Zwölftklässlern des Regiomontanus-Gymnasiums Haßfurt stellt sich langsam, aber sicher bald die Frage: "Was mache ich nach dem Abitur?" Eine mögliche Antwort gaben am gestrigen Freitag die beiden ehemaligen Gymnasiasten Johanna Buchner und Christian Burkard: "Nehmt ein Duales Studium bei HP auf!"

Johanna Buchner aus Kleinsteinach und Christian Burkard aus Haßfurt haben 2010 ihr Abitur in Haßfurt abgelegt. Beide wählten unabhängig voneinander ein dreijähriges Duales Studium bei dem weltweit größten IT-Unternehmen HP und der Dualen Hochschule Baden Württemberg (DHBW) in Stuttgart. Auf Einladung der Oberstufenkoordinatorin Maria Eirich erzählten sie einer Gruppe von Schülern der Q11 und der Q12 am Regiomontanus-Gymnasium Haßfurt von ihren Erfahrungen.

Für die heute 21-Jährige Johanna Buchner war die Praxisnähe des Studiums ausschlaggebend dafür, Wirtschaftsinformatik bei HP in München und an der DHBW in Stuttgart zu studieren. "Mir gefällt besonders, dass die Gruppen klein sind, dass wir einen engen Kontakt zu den Dozenten haben und der Zusammenhalt sehr groß ist", sagte sie. Weniger schön findet sie, dass sie zwischen München und Stuttgart pendeln muss und noch zwei Wohnsitze hat. Denn das Duale Studium teilt sich in die Praxis bei HP in München und in die Theorie an der DHBW in Stuttgart auf.

Christian Burkard wurde im Standort Böblingen angestellt. Auch ihn hatte die Praxisnähe des Studiums gereizt, sodass er sich für den Studiengang "Angewandte Informatik" entschieden hat. "Mir kommt entgegen, dass die Vorlesungen an der Hochschule nach einem Stundenplan abgehalten werden", so Christian Burkard, "auch wenn einem das weniger Freiheit als an einer ,normalen' Universität gibt." Andererseits seien in die Vorlesungen schon die Übungen integriert, sodass man nach dem "Unterricht" nicht mehr so viel lernen müsse.

Beide Studenten berichteten, dass sie mit dem Gehalt, das ihnen HP zahlt, gut auskommen könnten. "Wir erhielten im ersten Jahr 800 Euro, bekommen jetzt im zweiten Jahr 950 Euro plus die Tariferhöhung und im dritten Jahr 1100 Euro zuzüglich der Erhöhung", teilten sie mit. Hinzu komme das Kindergeld, Urlaubs- und Weihnachtsgeld von HP sowie ein Ausbildungsbonus, der je nach den Ergebnissen zwischen 400 und 1200 Euro pro Jahr liegen könne. "Für meinen Zweitwohnsitz erhalte ich außerdem 300 Euro Wohngeld", fügte Johanna Buchner an. Sie gab auch an, dass jedem Studenten 30 Tage Urlaub während der Praxiszeit zustünden.

In ihrem Vortrag berichteten sie über das Unternehmen HP und die Hochschule, an der 26 000 Studenten an neun Standorten studieren. In einer Gruppe befinden sich maximal 35 Studierende, Praxis und Theorie sind eng verzahnt, und sowohl Unternehmen als auch Hochschule sind international ausgerichtet. Angeboten werden die Studiengänge Informatik und Wirtschaftsinformatik mit verschiedenen Schwerpunkten. Jeweils drei Semester werden an der Hochschule und beim Unternehmen absolviert. Als Abschluss winkt der Bachelor of Science (Informatik) oder der Bachelor of Science und Arts (Wirtschaftsinformatik). Das Duale Studium bei HP gliedert sich in Fachwissen, Methodenwissen und Schulung der Persönlichkeit.

Sowohl Praktika als auch Theorie sind im Ausland möglich. Nach dem Studium können die Absolventen bei HP arbeiten. Außerdem stehen ihnen ein Duales Master-Studium, ein weiterführendes Studium an einer Fachhochschule oder einer Universität sowie ein Wechsel zu einem anderen Unternehmen offen. Denn die Studierenden verpflichten sich zu keiner Weiterarbeit bei HP. "Das ist auch rechtlich gar nicht mehr möglich", gab Christian Burkard auf Nachfragen an. Englischkenntnisse seien von Vorteil, da das Unternehmen weltweit aufgestellt ist, die Vorlesungen zum Teil auf Englisch oder Deutsch gehalten werden und auch Praktika im Ausland angeboten werden. "Ich gehe beispielsweise heuer für drei Monate nach Bratislava", sagte Johanna Buchner.

Auf die Frage von Vera Häpp, ob das Duale Studium nicht sehr stressig sei, sagten Johanna Buchner und Christian Burkard: "Die Arbeit und die Vorlesungen sind nicht stressig. Lediglich die Prüfungen sind anstrengend, weil man unter Umständen in zwei Wochen 16 bis 18 Klausuren schreiben muss. Hat man aber in den Vorlesungen gut aufgepasst, muss man sich auch nicht so lange vorbereiten."

Letztlich konnte sich ein Großteil der knapp 40 anwesenden Schüler ein Duales Studium vorstellen. "Mir hat der Vortrag gut gefallen", berichtete Sven Tropper aus Knetzgau, der die Q11 besucht. Und Vera Häpp aus Nassach, die heuer Abitur macht, sagte: "Der Vortrag hat mit einigen Vorurteilen aufgeräumt. Ich möchte mich gerne bei Daimler für ein Duales Studium bewerben."

 

Quelle: HT, Onlineausgabe