Regiomontanus-Gymnasium Haßfurt
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Kreatives Schreiben

 

Mitglieder des AK Kreatives SchreibensMitglieder des AK Kreatives SchreibensDynamische, aufstrebende Jungautoren der Jahrgangsstufen 5 bis 12 treffen sich regelmäßig donnerstags in der Mittagspause, um leicht, locker und lässig über Literatur und andere Lächerlichkeiten zu lästern (die eigenen Kreationen natürlich ausgenommen...!). Dabei werden Wort-, Satz- und Textgeschöpfe zum Leben erweckt. Als Inspiration dienen beispielsweise die Gemälde alter Meister, stimmungsvolle Bilder, die Lieblingsmusik der Teilnehmer, witzige Filmausschnitte, das Wort "Klick!", verführerische oder auch abstoßende Düfte, schaurige Geisterhäuser und Atompilze. Menschliche Fotoapparate und ungewöhnliche Schreiborte führen zu neuen Perspektiven auf alltägliche Gegenstände. Eine Exkursion nach Nürnberg zum Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne am 16.7.2009 brachte viele neue Ideen: Die absolute Dunkelheit des gemütlichen Dunkelcafés, in dem man von sehbehinderten oder blinden Mitarbeitern begleitet wird und sich mit Tasten, Hören, Riechen und Schmecken seine Umgebung erobern muss, und der Klangraum, der mit seinen vielfältigen Klanginstrumenten ungewöhnliche Laute und Melodien für die Ohren (und Augen!) zaubert, inspirierte zu neuen, spannenden Texten. Im Schuljahr 2007/2008 wurde der AK Kreatives Schreiben von Sandra Kaps und Aimée Waha gegründet und wird aktuell von Markus Korb und Aimée Waha geleitet.

 

Hier sind einige Auszüge aus unseren Texten:


An einem sonnigen Freitagnachmittag war meine Beerdigung. Nicht nur meine, sondern auch die von sechs weiteren Personen. Die Verwandten und Freunde standen vor unseren Särgen. Manche weinten, andere hatten einen kalten Gesichtsausdruck. Die ganze tragische Geschichte begann am Dienstag, als ich mit meiner besten Freundin zum Pfingstfest in unserem Dorf ging...

(Anfang der Geschichte Dosenwerfen von Lisa Engelbrecht)

... Und da stehe ich. Vor dem Abgrund, vor dem ich früher Angst hatte. Jetzt ist er normal, er bestimmt meinen Alltag. Nun ja, meinen Alltag? Meine Albträume, die ganz schnell Wirklichkeit wurden. Ich kann das nicht glauben. Dieser ganze Horror ist so schrecklich weit und doch zum Greifen, fürchterlich nah. Was soll ich tun? Wie fliehen, wenn doch alles für meinen Liebsten ist? Ich kann das, ich kann das. Ich muss es können. Oder kann ich es doch nicht? Ach, Quatsch. Ich kann das. Es ist für ihn . Dann kommt dieser Augenblick, dieser Augenblick, in dem ich alles um mich herum vergesse. Langsam schließe ich die Augen und springe.

(Ende der Geschichte "Träume" von Christina Neumann)

... Die Beiden stehen mit offenem Mund neben dem Kühlschrank und sind sprachlos, ihnen fehlen sämtliche Worte. Sofort rennt Caro in das Schlafzimmer ihrer Mutter, durchsucht alles, Eugen-Jonathan unternimmt dasselbe in allen anderen Räumen. Keine Spur von ihr zu finden. Nach einem langen Telefonat, das die beiden mit Carolins Vater geführt hatten, ist eines klar: Keiner weiß auch nur ein winziges Detail über die Situation...

(Auszug aus der Geschichte "Scheintod")

... Pia schrie, wie sie noch nie geschrieen hatte. Aber es kam kein Laut aus ihrer Kehle. Jemand hatte ihr von hinten die Hand auf den Mund gelegt. Der Bleiche stand jetzt nur noch einen Schritt von ihr entfernt, das Messer in der Hand. Das Letzte, was sie sah, war sein Lächeln, gruselig und gemein. Dann spürte sie das warme Blut, das langsam ihren Körper hinab rann, und ihr wurde schwarz vor Augen.

(Ende einer Geschichte von Sophia Rein)


Brennender Eden


Die Welt steht in Flammen,

heiß schlagen die feurigen Flammen,

helle leuchten im Dunkel die Blitze

hoch türmen sich die ewigen Wolken

sie sprießen wie Pilze

Was hat sie dazu getrieben?

Die Metropolis liegen in Trümmern

heiße Flüsse, Seen, Meere sich ergießen in die Trümmern

hoch die Reste des Größenwahns emporragen

hellroter Saft fließt in Strömen

Was hat sie dazu getrieben?

Die schwarzen Wolken trauern, vergießen saure Tränen

heiß brennt in ewger Finsternis die Aschenwüste, ungelöscht von Tränen

hoch sind die leblosen Berge des Wahnsinn

helle Körper sind es, wo war der Sinn

Was hat sie dazu getrieben?

Sie waren die Krone nicht, sondern die Verderbnis

heiß waren ihre strahlenden Raketen, ihr Verderbnis

hoch bauten sie ihre Kühltürme

helle Fegefeuer ihres Wahnsinns

und er schuf sie am 6. Tage

am Ende des siebenden da er fragte

Was hat mich dazu getrieben?